Der Begriff Sondermaschinenbau steht für einen Zweig des allgemeinen Maschinenbaus. Im Sondermaschinenbau werden jedoch keine seriell konzipierten Geräte verkauft, sondern besonders angefertigte Maschinen hergestellt. Bei Planung und Konstruktion steht der Kundenwunsch im Vordergrund.
Obwohl Betriebe, die sich auf den Sondermaschinenbau spezialisiert haben, meist ausschließlich Sondermaschinen herstellen, lässt sich natürlich immer die Fixierung auf eine bestimmte Branche feststellen. Das heißt es gibt Sondermaschinenhersteller für landwirtschaftliche Geräte, für den Schienenbau, für Bergbau etc. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist es ein technischer Vorteil, da man davor ausgehen kann, dass die Spezialisierung in einem Aufgabengebiet erfolgte, in dem besondere vertiefte Kenntnisse bestehen. So kann sichergestellt werden, dass Kundenwünsche mit größtem Wissen und jahrelange Erfahrung umgesetzt werden können. Zum anderen ist es auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll.
Ist das Kundenspektrum überschaubar, können zum Beispiel Markteting Events wie Messen, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften oder Kontaktpflege effektiver betrieben werden.
Der Sondermaschinenbau umfasst die Anpassung von Serienmodellen an kundenspezifische Anforderungen und die komplette Neuentwicklung. Grundlage ist immer die Situation beim Kunden. Darum ist die Kommunikation zwischen Auftraggeber und der ausführenden Partei im Sondermaschinenbau besonders wichtig. Die technischen Grundlagen müssen detailiert geklärt werden. Wichtig ist, dass herausgearbeitet wird, was letzten Endes die besondere Anforderung ist, das heißt warum die Maschine speziell angepasst werden muss und warum keine bereits vorhandene Produktlinie benutzt werden kann.
Mitunter liegt es am verwendeten Herstellungsmaterial, an den örtlichen Gegebenheiten, zum Beispiel Platzmangel, oder an einem neuartigen Herstellungsverfahren, das die Wahl des Spezialisten im Sondermaschinenbau nötigt macht. Mitunter sollen durch Umbau oder Weiterentwicklung auch Umweltstandards erreicht oder verbessert werden. In diesem Stadium lohnt es sich auch, vielleicht bestehende Angebote verschiedener Gerätehersteller eingehend zu prüfen. Eine kleinere Anpassung zum Beispiel ist sicher preisgünstiger, als eine komplette Neukonstruktion. Im Sondermaschinenbau können auch die Leistungen verschiedener Anbieter sehr unterschlich sein.
Da jede Maschinen nach den Vorgaben eines speziellen Kunden produziert wird, handelt es sich meist um Einzelanfertigungen. Gegebenenfalls muss geprüft werden, ob es sich um tatsächliche und marktrelevante Neuerungen handelt. Ist dies der Fall, kann die neue Maschine oder das neue Produktionsverfahren patentrechtlich geschützt werden. Problematisch kann dann die Entscheidung werden, wem das Patent gebührt, der Auftraggeberfirma oder dem Sondermaschinenbau Unternehmer. Das ist abhängig vom jeweiligen Anteil an der Planung von Prozess und Maschine.


