Unter Schleifen versteht man ein Fertigungsverfahren für Teile mit eng tolerierten Maßen. Diese sehr geringen Toleranzen können durch Drehen oder Fräsen nicht ereicht werden. Zu den Vorteilen des Schleifens zählt die gute Bearbeitbarkeit harter Werkstoffe, die hohe Maß- und Formgenauigkeit sowie die kleine Rauheit und Welligkeit.
Die in der Praxis am häufigsten eingesetzte Form von Schleifmaschinen ist die so genannte Flach- und Profilschleifmaschine. Sie besteht aus einem an einem Führungsständer befestigten Schleifspindelstock und einem darunter auf einem Maschinenbett installierten beweglichen Längstisch. Auf diesem Längstisch wird das Werkstück in einem Schraubstock eingespannt. Für runde Werkstücke gibt es spezielle Rundschleifmaschinen.
Die rotierenden Schleifwerkzeuge bestehen aus Schleifkörnern, der Bindung und den eingeschlossenen Poren. Durch eine ungleiche Korn- und Bindemittelverteilung entstehen durch die Scheibenwucht Fliehkräfte. Daher müssen Schleifscheiben ausgewuchtet werden. Zum statischen Auswuchten wird die Schleifscheibe auf eine Auswuchtwaage oder einen Abrollbock gelegt. Die Ausgleichgewichte werden in der Ringnut verschoben, bis die Schleifscheibe in jeder Lage in Ruhe bleibt. Das Auswuchten ist bei großen, breiten Schleifscheiben mit hohen Umfangsgeschwindigkeiten besonders wichtig. Um die Schleifkörper zu Formen und zu Schärfen werden sie Abgerichtet. Dazu werden Abrichtwerkzeuge aus Diamant oder Stahl verwendet.
Die geforderten Qualitätsmerkmale von geschliffenen Werkstücken können nur erreicht werden, wenn die Schleifscheibe und die Schnittbedingungen an der Schleifmaschine sorgfältig auf das Schleifteil abgestimmt werden. Der beim Schleifverfahren entstehende Span und die Wärme werden durch ein Kühlschmiermittel abgetragen und weggespült. Die Flüssigkeit wird in einem Tank gesammelt und wiederverwertet. Generell wird bei der Bearbeitung eines Werkstückes erst einmal vorgeschliffen. Dadurch wird sich langsam an das gewünschte Maß herangearbeitet.
Anschließend kommt das Fertigschleifen. Hier wird nur noch im Tausendstel-Bereich Span abgetragen. Nach erreichen des Soll-Maßes folgt abschließend das Feinstschleifen. Dieses Verfahren dient der Herstellung einer möglichst glatten und optisch reizvollen Oberfläche. Für die Serienfertigung gibt es CNC-Schleifmaschinen. Dadurch können die Schleifprozesse optimiert, automatisiert und überwacht werden.
Schleifscheiben mit keramischer Bindung sind sehr bruchempfindlich. Kommt es durch Haarrisse, unsachgemäße Aufspannung oder große Fliehkräfte zum Zerspringen der Schleifscheibe, werden Bruchstücke mit der Scheibenumfangsgeschwindigkeit von 80 km/h bis 400 km/h weggeschleudert. Das stellt eine tödliche Gefahr dar, wenn ohne Schutzvorrichtungen gearbeitet wird.
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