Galvanisieren - das ist das Beschichten eines Metallstückes oder eines leitfähigen Materials mit einer dünnen Schicht eines anderen Metalls; das geschieht mit Hilfe des elektrischen Stroms. Durch ein elektrolytisches Bad wird Strom geschickt. Am Pluspol, der Anode, befindet sich das Metall, das aufgebracht werden soll. Am Minuspol, der Kathode, ist der Gegenstand, der behandelt werden muss. Der elektrische Strom löst das Metall von der Anode und lagert es auf dem Gegenstand ab, der damit gleichmäßig überzogen wird. Je stärker der elektrische Strom, desto dicker wird die Metallschicht.
Dekorative Galvanisierung dient der Verschönerung von Gegenständen und steigert damit ihren Wert. Münzen werden galvanisiert, um sie wertvoller und glänzender zu machen, Modeschmuck wird versilbert oder vergoldet, um den Wert anzuheben. Edelstahlbestecke werden zur Wertsteigerung mit Gold galvanisiert, aber auch, weil Gold geschmacksneutral ist und Speisen deshalb nicht verfälscht werden.
Funktionelle Galvanotechnik dient dem Schutz von Gegenständen und Werkstücken. So werden zum Beispiel Eisenteile mit der Galvanotechnik verchromt, um sie haltbarer zu machen. Eisen und Stahl werden durch das Galvanisieren gegen Korrosion besser geschützt. Die Oberfläche der Materialien wird geglättet; die Technik des Galvanisierens wird angewandt, um vor allem Metallteile vor Rost und vorzeitigem Verschleiß zu schützen oder ihre elektrische Leitfähigkeit zu verbessern.
Es wird noch zwischen Galvanoplastik und Galvanostegie unterschieden; Ersteres bezeichnet das Anfertigen metallischer Gegenstände durch Elektrolyse, das Zweite meint das Herstellen metallischer Überzüge. Die Galvanoplastik ist heute fast in Vergessenheit geraten. Früher wurden mit diesem Verfahren zum Beispiel große Stand- und Reiterbilder hergestellt; sie waren hohl und deshalb relativ leicht, weil der Grundkörper durch das Galvanisieren nur mit einer dünnen Metallschicht bedeckt wurde und dieser Körper - meistens aus Wachs hergestellt - später geschmolzen wurde.
Aber das eigentliche, auch heute noch gängige Verfahren wird üblicherweise als Galvanotechnik bezeichnet. Die Methode, mit dem Gegenstände verdedelt, wertvoller oder widerstandsfähiger gemacht werden, geht auf den Physiker Moritz Hermann von Jacobi zurück. Die Entdeckung, dass zwischen zwei unterchiedlichen Metallen ein elektrischer Strom fließen kann, machte der italienische Arzt Luigi Galvani, der dieses Phänomen zufällig 1780 bei der Arbeit mit Fröschen entdeckte.
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